Friday, August 29, 2008

Eine Fahrt mit dem Nachtbus und mein erster Tag in Ankara

Sonntag, der 17. August 2008

Im Bus fand ich mithilfe eines freundlichen Mitarbeiters im Bus meinen Platz und setzte mich neben einen jungen Türken mit Brille. Ziemlich bald fingen der junge Mann und ich an, uns zu unterhalten. Sein Name war Murat und er studierte Mathe und Englisch auf Lehramt. Er fuhr nach Ankara um seine dort lebenden Eltern zu besuchen. Es war eine richtig schöne Unterhaltung, die wir da im Bus auf Englisch führten, während die meisten um uns herum schliefen, es war ja schließlich mitten in der Nacht. Es war eine wirklich interessante Busfahrt. Zunächst einmal gab es die ganze Zeit Getränke umsonst (für das Servieren fuhr extra ein Mitarbeiter des Busunternehmens mit!) und dazu sogar noch Snacks wie zum Beispiel Kuchen. Als wir ungefähr eine Stunde gefahren waren, erklärte mir Murat, dass wir soeben erst Istanbul verlassen hatten. Wir hatten tatsächlich eine Stunde gebraucht, nur um aus dieser großen Stadt herauszukommen!
Irgendwann wurden auch wir immer müder und da es doch noch an einer Stelle zwei freie Plätze gab, ging ich nach hinten, sodass wir es uns beide zum Schlafen etwas gemütlicher machen konnten. Irgendwann wurde ich wieder wach von der Stimme des Busfahrers, der uns mitteilte, dass wir nun eine 25-minütige Pause machen würden (das habe ich so natürlich nicht verstanden, aber Murat hat mir wieder alles übersetzt).
Als wir weiterfuhren war mein Schlafplatz besetzt, also schlief ich von nun an auf dem Platz neben Murat. Irgendwann wurde ich zwischendurch wach und sah im ersten Morgenlicht; es war inzwischen ca. halb sechs Uhr morgens, eine Wüstenähnliche Hügellandschaft, die auch genauso gut aus einem Traum hätte stammen können.
Irgendwann um halb sieben kamen wir in Ankara an und ich war natürlich trotz der Zeit, die ich geschlafen hatte echt müde. Murat zeigte mir den Weg, half mir noch dabei, mein Ticket zu kaufen, erklärte mir, wo ich umsteigen müsste und schließlich verabschiedeten wir uns und tauschten noch unsere E-Mailadressen aus. Ich fuhr so, wie er es mir geraten hatte.
Im Hotel (die erste Woche verbrachte ich mit zwei anderen Deutschen auf einem Dreierzimmer im Hotel, da ich nichts anderes gefunden hatte) frühstückte ich erst mal, weil ich meine beiden Zimmernachbarn nicht so früh aufwecken wollte. Irgendwann habe ich sie dann trotzdem aufgeweckt, da ich todmüde war und nur noch schlafen wollte. Ich legte mich dann erst mal ins Bett, während die beiden nach kurzer Zeit aufstanden. Die beiden zogen erst mal los, um sich Ankara anzusehen, während ich es vorzog, erst mal ein wenig zu schlafen. Am Abend gingen wir dann nochmal zu dritt in die Stadt, wo wir uns erst mal auf die Suche nach Flip-Flops machen wollten. Unsere Suche war zwar nicht von Erfolg gekrönt, doch kamen wir so an dem großen Straßenmarkt unseres Stadtteils (Ulus) vorbei. Dies muss man sich so vorstellen, dass es da eine lange winkelige und ein paar Meter breite Gasse ist, wo an beiden Seiten lautstark alle möglichen Waren feilgeboten werden: Klamotten, Schuhe, Süßigkeiten, Fleisch, Käse, Schafsköpfe, usw. Man konnte an keinem Stand vorbeigehen, ohne dass der Händler (allesamt Männer) direkt versuchte mit einem ins Gespräch zu kommen. Ich weiß nicht, wie oft uns an diesem Abend „nerelisiniz?“ (Woher kommt ihr?) nachgerufen worden ist, aber es war nicht nur einmal! (Die Antwort wäre übrigens „Ben AlmanyalIyIm“; ich bin aus Deutschland; gewesen).
Nach einem gemütlichen Abendessen setzten wir drei uns noch ein einen schönen Park, wo wir sehr gemütlich saßen, aber natürlich auch die perfekten Zielpersonen für Bettler oder „Minidienstleister“ (damit meine ich Menschen, die im Prinzip auch auf der Straße versuchen, von den Vorbeigehenden Geld zu bekommen, dafür aber eine Gegenleistung bringen, wie z.B. Schuhe putzen, Tee oder Kaffee, Taschentücher, etc. Anschließend gingen wir dann unseren ersten türkischen RakI trinken. Mein erster Eindruck von Ankara war der, einer sehr grossen Stadt, die allerdings ihre Sehenswürdigkeiten nicht so geballt praesentiert, wie İstanbul. Trotzdem mangelt es auch hier an Sehenswürdigkeiten nicht. Aber dazu spaeter mehr.

Thursday, August 28, 2008

Hıer ein paar Fotos von meinem Tag in İstanbul


Blick auf die blaue Moschee

Blick auf die Hagia Sophia

Türkischer Tee

Ein Blick in die Kuppeln der neuen Moschee am Bosporus

İch am Bosporus



Baklava (leider etwas unscharf)

Ein Tag in İstanbul

So, hier ist also nun mein erster Bericht. Er handelt von meinem ersten Tag in der Türkei, den ich in İstanbul verbrachte, da ich ja nicht nach Ankara sondern nach İstanbul gefolgen war, weil es so billiger war. Hier also mein Bericht:

16. August 2008
Am Morgen dieses Samstages wachte ich erst mal auf und mir wurde sofort klar, dass viel von der abendlichen Anspannung durch einige Stunden Schlaf vergangen war. Ich erfragte mir erst mal den Weg zum Frühstück, das auf dem Dach des Hostels statt fand, wo ich übernachtet hatte. So sah ich erstmals bei Tag die ganzen Ausmaße, aber auch die ganze Schönheit Istanbuls. Als Europäer ist gerade bei einem solchen Blick über eine große Stadt, aber, wie ich später feststellen sollte auch einfach so auf der Straße, eine der befremdlichsten Dinge die Tatsache, dass das Stadtbild nicht von Kirchen und ihren Kirchtürmen bestimmt wird, sondern gerade in Istanbul von unzähligen Moscheen und ihren vielen Minaretten! So wird schon mal deutlich, dass sich niemals vollstaendig von seinen (wie es immer so schön heißt) „christlich-jüdischen Wurzeln“ befreien könnte. Der Blick über diese Stadt und den sich im Bosporus berührenden Meeren (Marmarameer und Schwarzes Meer) war einfach überwältigend!
Nach dem Frühstück sprach ich mich erst mal mit Nezih (einem türkischen Freund von mir, den ich auf dem Conflict Handling Training Seminar in Passau kennen gelernt hatte) ab und verabredete mich mit ihm um 11 Uhr vor der Hagia Sophia, einem der Wahrzeichen Istanbuls. So machte ich mich auf den Weg. Ich kam ziemlich bald bei einer Moschee an, die sich aber als die blaue Moschee herausstellte. Es war bereits sehr heiß, doch ich musste mich trotzdem auf den Weg zu der anderen, der rötlichen Moschee machen, die ungefähr 500 Meter gegenüber der blauen Moschee liegt. Nach kurzer Zeit kam Nezih und wir kauften erst mal was zu trinken und Sonnencreme für mich. An diesem Tag besichtigten wir vieles; wir saßen in einem Park bei einem historischen Palast (ich habe leider den Namen vergessen), waren in insgesamt drei Moscheen und waren am Bosporus. Eine Besonderheit an Istanbul, die wahrscheinlich gerade Menschen aus Deutschland extrem auffällt ist die Tatsache, dass es unheimlich viele historische Gebäude gibt, da diese Stadt in der neueren Geschichte nie einer großen Zerstörung ausgesetzt war. Mindestens ebenso atemberaubend war es für mich, das erste mal eine Moschee von innen zu sehen. Die erste Moschee in der wir waren war die blaue Moschee (man musste übrigens keinen Eintritt bezahlen, egal ob Tourist oder Gläubiger!), die unter anderem wegen ihrer großen Zahl an Minaretten, nämlich sechs, bekannt ist. Am Eingang musste man natürlich erst einmal seine Schuhe ausziehen, da man die Moschee nicht mit dem Straßendreck betreten darf. Am Eingang standen zwei große Pappkartons mit Unmengen an Plastiktüten, in die man die Schuhe reintun konnte. Drinnen angekommen war ich erst mal wieder überwältigt. Denn der Innenraum der Moschee war riesig, da fast keine Räume abgetrennt sind und man dazu noch von unten in alle Kuppeln hineinsehen kann. Die Moschee wirkte unheimlich gemütlich, da von dem Steinboden nichts zusehen war, da dieser überall mit einem großen roten Teppich abgedeckt war. So konnte man in der ganzen Moschee einfach kreuz und quer rumlaufen, sich hinsetzen, verweilen, sich unterhalten, all das war möglich. Allerdings waren Touristen dazu aufgerufen den Teil, in dem die Leute beteten, nicht zu betreten, um diese nicht zu stören. Doch Nezih meinte, wir könnten uns ruhig darüber hinwegsetzen, solange unser Verhalten die Leute nicht stören würde. Er erklärte mir, dass es bei diesem Verbot vor allem darum ginge zu verhindern, dass die Betenden (Männer) durch Menschen (das Beispiel waren Frauen (-touristen) mit tiefem Ausschnitt), die die Betenden fotografieren, abgelenkt und in ihrer Konzentration gestört werden. Ich fragte ihn daraufhin, ob Frauen auch Moscheen zum Beten betreten dürfen und als er dieses bejahte wollte ich wissen, warum Frauen und Männer beim Beten getrennt sein sollen, sodass Frauen nicht direkt in diesem großen Innenraum beten konnten, sondern dafür auf Extraemporen oder Nebenbereiche mussten. Seine Antwort aenderte zumindest meinen Blickwinkel: Er erklärte mir, dass dies vor allem mit dem Körperkontakt beim Gebet zusammenhängt. Es leuchtete mir durchaus ein, dass unter der Prämisse, dass die Betenden nicht durch sexuelle Gedanken von ihrem Gebet abgelenkt werden sollen, zumindest ansatzweise Sinn macht, die Geschlechter zu trennen. Mein Gefühl der Ungleichbehandlung von Männern und Frauen konnte dies allerdings trotzdem nicht absolut beseitigen. Den Gedankengang fand ich trotzdem interessant…
Nach diesem Besuch in der Moschee machten wir uns auf den Weg zu einem Freund von Nezih, der in einem Zentrum zur Unterstützung studentische Belange arbeitet und gleichzeitig noch Imam ist. In diesem Zentrum wollten wir dann auch Mittag essen, da es dort für alle Studenten umsonst (!) Essen gab! Es war sehr nett und das Mittagessen (mein erstes richtiges türkisches essen, war sehr lecker und ich lernte auch gleich etwas. Ich trat nämlich ungewollt in ein Fettnäpfchen, als ich Nezih, weil ich absolut nicht mehr konnte die Hälfte von meinem Nachtisch anbot mit der Aussage ich könnte nicht mehr. Später lernte ich, dass es hier eine grobe Unhöflichkeit ist, Essen, dass einem angeboten wurde, das man also nicht bezahlt hat und das man angenommen hat, nicht aufzuessen.Glücklicherweise nahm mir das aber niemand übel…
Nach diesem Mittagessen gab es erst mal türkischen Tee, ein Getränk (übrigens auch schwarzer Tee so wie in Ostfriesland), das hier richtig viel konsumiert wird und bei dem man, oft nach dem Essen, einfach gemütlich zusammensitzt, sich unterhält, usw.
Es würde wahrscheinlich zu lange dauern, alles so ausführlich zu beschreiben, doch die geschilderten Erlebnisse waren definitiv auch die interessantesten an diesem Tag. Das heißt natürlich nicht, dass es gar nichts mehr zu berichten gäbe. Wir waren, wie bereits erwähnt am Bosporus, was natürlich schon auch toll war. Noch toller war allerdings als wir danach zu dem laut Nezih besten Baklavageschäft der gesamten Türkei gingen und Baklava mit Eiscreme aßen. Nur zur Erklärung da ich auch lange nicht wusste, was Baklava ist: Baklava ist Blätterteig der mit einer Pistaziencreme gefüllt, frittiert und schließlich mit einem Guss Honig überzogen wird. Lecker!
Am Abend kauften wir dann noch ein Ticket für einen Nachtbus nach Ankara, da mir wegen der Hitze davon abgeraten wurde tagsüber zu fahren. An diesem Tag habe ich wirklich viel gesehen und ich glaube ich habe erst in dem Moment wirklich realisert, dass ich in der Türkei bin.

Monday, August 25, 2008

Hier werde ich also über vieles von dem berichten, was ich hier erlebe, welche Erfahrungen ihc mache und was mir dabei so im Kopf herumgeht. Das Ganze waere natürlich langweilig, wenn ich einfach nur so vor mich hinschreiben würde. Deshalb seid auch ihr gefragt! Stellt Fragen, kommentiert oder diskutiert mit mir oder anderen über das was ihr lest! İch werde mir Mühe geben, möglichst viel an Fragen zu beantworten, soweit mir das möglich ist, doch ich kann für nichts garantieren, ihr kennt mich ja, oder?
Für die, die mich nicht kennen: ich bin Hendrik Burmester, 21 Jahre alt und habe letztes Jahr, also 2007 in Marburg angefangen, Politikwissenschaft zu studieren. Nun verbringe ich mein drittes Semester in der Türkei, wo ich seit dem 15. August 2008 bin.
Selbstverstaendlich steht dieser Blog jedem offen und falls viele Leute das interessiert, worüber wir hier reden, würde mich das natürlich freuen. Schon in dieser ersten Woch hier in der Türkei habe ich festgestellt, wie wenig ich eigentlich vorher über die Türkei und die Menschen, die hier leben, wusste und mit wie vielen Vorurteilen ich vieles, was ich erlebe betrachte. Somit ist es auch mein Ziel, jedem und jeder, den es interessiert, dieses Land - oder zumindest meine Sich von ein wenig naeher dran, nahe zu bringen.
İn diesem Sinne also viel Spass!
İch hoffe, mein erster Bericht über den ersten Tag in der Türkei wird mogen online gehen.
Bis dahin sevgiler (liebe Grüsse)...

Hezlich Willkommen!

Hallo,
erstmal herzlich Willkommen zu meinem Blog über meine Zeit in Ankara und in der Türkei!