Hallo mal wieder,
ich hatte ja versprochen, es gäbe mal wieder etwas ernsthafteres von mir, hier kommt es.
Und zwar wird ja hier in der Türkei und in allen arabischen Ländern zurzeit der Fastenmonat Ramadan (Ramazan in Türkisch) gefeiert, oder vielleicht besser gesagt, gelebt, denn dieser Feiertag determiniert das alltägliche Leben in einer relativ starken Art und Weise.
Das Fasten während des Ramadans ist für jeden Muslim Pflicht (mit einigen Ausnahmen, wie zum Beispiel Kindern, Schwangeren, Kranken, Reisenden und anderen) und ist eine der 5 Säulen des Islam.
Der Ramadan fällt jedes Jahr auf einen anderen Termin, da er nach dem Mond- und nicht nach dem Jahreskalender festgelegt wird, und dauert einen ganzen Monat.
In dieser Zeit wird zwischen Sonnenauf- und -untergang auf viele Sachen verzichtet. An erster Stelle auf sämtliches Essen und Trinken, aber auch auf Sex, böse Gedanken über andere, etc.)
Dementsprechend nehmen die Menschen je nachdem, auf welche Zeit der Ramadan fällt, mehr als 12 Stunden lang weder feste noch flüssige Nahrung zu sich! Das beeinflusst natürlich auch die Gestaltung des Essens am Abend. Es gibt dann nämlich zweimal Essen, einmal direkt nach Sonnenuntergang, ein zweites Mal gegen Mitternacht, um ein wenig für den nächsten Tag "vorzuessen".
Die Zielsetzung des Ramadan hat eine religiöse und soziale Seite: Die religiöse Seite betrifft die Motivation des Fasten, nämlich für alle. Die soziale Seite besteht darin, dass der Ramadan auch eine Solidarisierung mit all jenen, die immer nicht genug zu essen und zu trinken haben. Deshalb wird in dieser Zeit auch von jedem gläubigen Muslim eine Abgabe für Bedürftige gegeben (eine weitere der 5 Säulen des Islam). In dieser Zeit wird auch noch einmal besonders auf Gastfreudschaft insbesondere Hilfsbedürftigen gegenüber Wert gelegt. Das Ende des Ramadans wird dann mit einem dreitägigen Fest (auch Zuckerfest genannt) gefeiert (das habe ich allerdings noch nicht erlebt, da das erst am 29. September dieses Jahr anfängt).
Was bedeutet jetzt dieser Feiertag für das Leben der Menschen und für mein Leben hier?
Für das Leben der Menschen hier bedeutet das natürlich erstmal Entbehrung und eine Herausforderung an die Disziplin, aber auch den Stolz, wenn man durchhält und das Wissen, dass man das Ganze für Allah tut.
Für mich bedeutet das vor allem, sich genau zu überlegen, wieweit ich in der Öffentlichkeit esse und trinke, da das Gefühl der mich umgebenden Menschen meiner Vorstellung nach un je nach Orthodoxität von Neid bis auf Wut infolge einer Beleidigung ihrer Religion reichen kann. Allgemein verzichte ich dementsprechend auch auf öffentliches Essen und Trinken.
Darüber hat es mich interessiert, wie es ist, einen ganzen Tag weder zu essen noch zu trinken und so habe ich das für einen Tag gemacht (für mehr hat meine Motivation nach dem ersten Tag nicht gereicht) und ich muss schon sagen, dass das definitiv meinen Respekt vor den Leuten erhöht hat, die das den gesamten Monat machen, denn hart ist das schon, insbesondere wenn es warm ist.
Laut einer Umfrage bezeichnen sich übrigens 94 % der Türkinnen und Türken als religiös, allerdings fasten nach dieser Umfrage nur 20% der Menschen hier den gessamten Ramadan und 34% beten fünf mal täglich, wie es der Koran vorschreibt (für diese Zahlen vgl. http://www.turkishdailynews.com.tr/article.php?enewsid=115853).
Auch unter meinen Freunden hier sind viele, die nicht fasten.
Aber es ist schon interessant, wie die Religion hier dann tatsächlich auch das Bild in der Öffentlichkeit bestimmt. Wäre schon mal interessant, was nicht-Christen über den Einfluss der Religion auf das tägliche Leben in Mitteleuropa denken...
Soweit mein erster Beitrag über Religion (und ich glaube nicht, dass es der letzte war). Alles was ich hier geschrieben habe gibt das wieder, wie ich es verstanden habe, das kann also auch durchaus falsch sein, aber vielleicht motiviert es ja manche(n) mal über Wikipedia oder www.islam.de mehr zu dem Thema zu lesen.
Erstmal wieder viele liebe Grüße!
PS: Mein nächster Beittrag erscheint wahrscheinlich erst in zwei Wochen, da ich vorher nicht dazu kommen werde, aber er wird kommen!:-)
Monday, September 22, 2008
Wednesday, September 17, 2008
nur eine kleine Notiz zum Wetter
Mal wieder kurz hallo aus der Türkei,
ich wollte nur gerade berichten, dass ich heute zum ersten Mal erlebt habe, dass es hier geregnet hat. Nach der Wärme insbesondere im August tat das definitiv sehr gut, auch wenn sich die trockene Erde durch den herrschenden Wind zwischen zeitlich in einen kleinen Sandsturm verwandelt hat. Aber Regen und Wind, da habe ich mich schon fast zuhause wie in Ostfriesland gefühlt...:-)
Am Wochenende dann hoffentlich wieder einen sinnvolleren Eintrag...:-)
Viele liebe Grüße!
ich wollte nur gerade berichten, dass ich heute zum ersten Mal erlebt habe, dass es hier geregnet hat. Nach der Wärme insbesondere im August tat das definitiv sehr gut, auch wenn sich die trockene Erde durch den herrschenden Wind zwischen zeitlich in einen kleinen Sandsturm verwandelt hat. Aber Regen und Wind, da habe ich mich schon fast zuhause wie in Ostfriesland gefühlt...:-)
Am Wochenende dann hoffentlich wieder einen sinnvolleren Eintrag...:-)
Viele liebe Grüße!
Sunday, September 14, 2008
Überleben auf den Straßen Ankaras
Hallo mal wieder,
da ich inzwischen seit einem Monat hier bin, beginne ich deutlicher zu merken, was genau die Unterschiede sind, die das Ungewohnte ausmachen. Das ist natürlich ein langer Prozess, so möchte ich mich erstmal einer Sache widmen, wo der Unterschied zu Deutschland augenscheinlich ist und der auch eine gewisse Art der Gewöhnung erfordert, nämlich das Verhalten im Straßenverkehr.
In Deutschland gibt es ja sehr deutliche Regeln für den Straßenverkehr und jeder verlässt sich auch darauf, dass diese eingehalten werden. Ein gutes Extrembeispiel ist die komische Situation, wenn Menschen an einer roten Fußgängerampel stehen bleiben, obwohl weit und breit kein Auto in Sicht ist.
Hier in Ankara ist das geringfügig (!) anders. Selbstverständlich gibt es auch hier Regeln, der Unterschied ist aber, dass im Straßenverkehr diese weder besonders erwartet, noch durchgesetzt, noch dass ihre Einhaltung von anderen Verkehrsteilnehmern erwartet würde. Rote Ampeln (auch für Autos) werden gerne mal überfahren, wenn es frei ist und man kann definitiv nicht erwarten, dass Autos für Fußgänger anhalten. MAn muss halt warten bis kein Auto kommt oder bis zu einer Ampel laufen...
Dazu ist es im Straßenverkehr auch deutlich lauter als bei uns. Das liegt an verschiedenen Faktoren, doch der Hauptfaktor ist mit Sicherheit der exessive Einsatz der Hupe. Mein Eindruck ist, dass die Hupe hier nicht als Warnsignal eingesetzt wird, sondern eher allgemeines Kommunikationsmittel im Straßenverkehr ist. Um sich zu grüßen, um potenzielle Fahrgäste (z.B. bei Taxis, von denen es echte Massen gibt) auf sich aufmerksam machen oder auch einfach, um dem Frust im Stau mal Luft zu machen. Hier käme garantiert auch niemand auf die Idee, dass man für unnötiges Hupen eine Geldstrafe bezahlen muss. Wieder einmal fällt mir auf, wieviel des Alltagsleben in Deutschland genau reguliert ist, während hier das halt so gemacht wird, wie es gerade passt. Für mich bedeutet das am Anfang so manchen Schreck, wenn zum Beispiel ein Auto nochmal Gas gibt, wenn es sich einem nähert, während man die Straße überquert, doch es scheint mir, für die Menschen hier ist das absolut kein Problem und letztlich passiert wahrscheinlich nicht mal wirklich mehr, da niemand damit rechnet, dass die Regeln eingehalten werden. Auf jeden Fall sehr interessant!
Interessant ist auch die Art und Weise, wie man sich hier fortbewegt. Erstmal gibt es zwei U-Bahnlinien (die eine heißt Metro, die andere Ankaray) und Busse und Taxis. Doch darüber hinaus gibt es etwas, was ich einfach nur genial finde; nämlich Dolmuse (gesprochen Dolmusche). Das sind Kleinbusse, die auf festgelegten Routen fahren, aber überall anhalten, wo ein Fahrgast ein- oder aussteigen will. Das ganze ist also eine sehr schnelle und effiziente Fortbewegungsmethode. Selbstverständlich, wird beim Losfahren nicht darauf gewartet, bis alle lange aus- oder eingestiegen sind und bezahlt haben. Das bezahlen geschieht während der Fahrt. Die Dolmus-Fahrer sind definitiv multitaskingfähig. So wird der Kleinbus mit einem Ellenbogen gelenkt, während er das Wechselgeld herausgibt und dabei noch zuhören muss, was die Leute sagen, für wieviele Personen bezahlt wird. Es ist sowohl vergnüglich als auch effizient Dolmuse zu benutzen und es ist auch kaum teurer als die Fahrt mit dem Bus. Eine Fahrt mit dem Bus kostet umgerechnet ca. 65 Cent; eine Fahrt mit dem Dolmus ca. 80 Cent. Aber das System funktioniert auf jeden Fall, auch wenn die Straßen zu bestimmten Zeiten eindeutig überfüllt sind. Aber es ist tatsächlich etwas, wo man einen deutlichen Unterschied zwischen Deutschland und der Türkei ausmachen kann.
Soweit mal wieder erstmal viele liebe Grüße!
PS: Hier auch nochmal ein Bild von einem Dolmus:-)
da ich inzwischen seit einem Monat hier bin, beginne ich deutlicher zu merken, was genau die Unterschiede sind, die das Ungewohnte ausmachen. Das ist natürlich ein langer Prozess, so möchte ich mich erstmal einer Sache widmen, wo der Unterschied zu Deutschland augenscheinlich ist und der auch eine gewisse Art der Gewöhnung erfordert, nämlich das Verhalten im Straßenverkehr.
In Deutschland gibt es ja sehr deutliche Regeln für den Straßenverkehr und jeder verlässt sich auch darauf, dass diese eingehalten werden. Ein gutes Extrembeispiel ist die komische Situation, wenn Menschen an einer roten Fußgängerampel stehen bleiben, obwohl weit und breit kein Auto in Sicht ist.
Hier in Ankara ist das geringfügig (!) anders. Selbstverständlich gibt es auch hier Regeln, der Unterschied ist aber, dass im Straßenverkehr diese weder besonders erwartet, noch durchgesetzt, noch dass ihre Einhaltung von anderen Verkehrsteilnehmern erwartet würde. Rote Ampeln (auch für Autos) werden gerne mal überfahren, wenn es frei ist und man kann definitiv nicht erwarten, dass Autos für Fußgänger anhalten. MAn muss halt warten bis kein Auto kommt oder bis zu einer Ampel laufen...
Dazu ist es im Straßenverkehr auch deutlich lauter als bei uns. Das liegt an verschiedenen Faktoren, doch der Hauptfaktor ist mit Sicherheit der exessive Einsatz der Hupe. Mein Eindruck ist, dass die Hupe hier nicht als Warnsignal eingesetzt wird, sondern eher allgemeines Kommunikationsmittel im Straßenverkehr ist. Um sich zu grüßen, um potenzielle Fahrgäste (z.B. bei Taxis, von denen es echte Massen gibt) auf sich aufmerksam machen oder auch einfach, um dem Frust im Stau mal Luft zu machen. Hier käme garantiert auch niemand auf die Idee, dass man für unnötiges Hupen eine Geldstrafe bezahlen muss. Wieder einmal fällt mir auf, wieviel des Alltagsleben in Deutschland genau reguliert ist, während hier das halt so gemacht wird, wie es gerade passt. Für mich bedeutet das am Anfang so manchen Schreck, wenn zum Beispiel ein Auto nochmal Gas gibt, wenn es sich einem nähert, während man die Straße überquert, doch es scheint mir, für die Menschen hier ist das absolut kein Problem und letztlich passiert wahrscheinlich nicht mal wirklich mehr, da niemand damit rechnet, dass die Regeln eingehalten werden. Auf jeden Fall sehr interessant!
Interessant ist auch die Art und Weise, wie man sich hier fortbewegt. Erstmal gibt es zwei U-Bahnlinien (die eine heißt Metro, die andere Ankaray) und Busse und Taxis. Doch darüber hinaus gibt es etwas, was ich einfach nur genial finde; nämlich Dolmuse (gesprochen Dolmusche). Das sind Kleinbusse, die auf festgelegten Routen fahren, aber überall anhalten, wo ein Fahrgast ein- oder aussteigen will. Das ganze ist also eine sehr schnelle und effiziente Fortbewegungsmethode. Selbstverständlich, wird beim Losfahren nicht darauf gewartet, bis alle lange aus- oder eingestiegen sind und bezahlt haben. Das bezahlen geschieht während der Fahrt. Die Dolmus-Fahrer sind definitiv multitaskingfähig. So wird der Kleinbus mit einem Ellenbogen gelenkt, während er das Wechselgeld herausgibt und dabei noch zuhören muss, was die Leute sagen, für wieviele Personen bezahlt wird. Es ist sowohl vergnüglich als auch effizient Dolmuse zu benutzen und es ist auch kaum teurer als die Fahrt mit dem Bus. Eine Fahrt mit dem Bus kostet umgerechnet ca. 65 Cent; eine Fahrt mit dem Dolmus ca. 80 Cent. Aber das System funktioniert auf jeden Fall, auch wenn die Straßen zu bestimmten Zeiten eindeutig überfüllt sind. Aber es ist tatsächlich etwas, wo man einen deutlichen Unterschied zwischen Deutschland und der Türkei ausmachen kann.
Soweit mal wieder erstmal viele liebe Grüße!
PS: Hier auch nochmal ein Bild von einem Dolmus:-)
Noch ein paar Fotos zu meinem Wohnheim
Wenn auch mit ein wenig Verspätung hier noch ein paar Fotos von meinem Wohnheim und meinem Zimmer. Inzwischen bin ich allerdings innerhalb des Wohnheims umgezogen, sodass ich jetzt auch meinem Zimmer Internet habe..:-) Die Zimmer sind aber im Prinzip identisch, sodass es nicht wirklich einen Unterschied für die Fotos macht...
Ein Blick auf einen Teil des Wohnbereiches des Campuses
Hier erstmal ein Blick auf meinen Komplex des Wohnheimes (die rote Schrift auf dem Schild besagt übersetzt "Männer Studenten Wohnheim")
Ein normales Zweierzimmer in meinem Wohnheim
Ich an meinem Schreibtisch :-)
Das erwähnte Gitter vorm Fenster gibt es übrigens nur im ersten Stock, also habe ich jetzt wieder freie Sicht:-)
Ein Blick auf einen Teil des Wohnbereiches des Campuses
Sunday, September 7, 2008
Mein Leben im Wohnheim
So, jetzt auch mit Text :-)
Nachdem ich nun meine erste Woche in dem Wohnheim hier auf dem Beytepe Campus meiner Universität hier in Ankara (Hacettepe) verlebt habe, hier nun ein wenig zu meinem Eindruck vom Leben in einem türkischen Wohnheim. Doch dazu zunächst ein paar grundlegende Gedanken.
Meines Erachtens gibt es in einer Gesellschaft bei sehr vielen Themen immer eine erzwungene Abwägung zwischen Sicherheit und Freiheit. Beides ist nicht zu bekommen, so ist immer eine Gewichtung dieser beiden Dinge vonnöten, bei der eine starke Gewichtung des Einen immer eine schwache Gewichtung des Anderen nach sich zieht. So müssen Eltern sich zum Beispiel entscheiden, wie weit sie, um ihrem Kind eine gewisse Selbstständigkeit zu ermöglichen, auf eine zu große Kontrolle oder auf ein zu großes auf-das-Kind-Aufpassen, verzichten, dadurch aber auch das Risiko erhöhen, dass ihrem Kind etwas passiert.
Was den Umgang mit Studenten hier angeht, ist mein bisheriger Eindruck, dass es eine extrem hohe Gewichtung der Sicherheit gibt und dafür durchaus den StudentInnen gewisse Freiheiten genommen werden, die in Deutschland selbstverständlich sind. Während in Deutschland ein Wohnheim im Prinzip nichts weiter als eine günstige Wohngelegenheit für Studenten ist, erfüllen die Wohnheime hier in der Türkei darüber hinaus noch eine Fürsorge- und/oder eine Kontrollfunktion. Um diese zu erfüllen werden auch klare Regeln aufgestellt: So muss ich immer um 12 Uhr "zuhause" sein und darf nur Freitags und Samstags bis zwei Uhr dem Wohnheim fern bleiben. Es gibt am Eingang des Wohnheims automatische Drehkreuze, durch die man nur mithilfe des Studentenausweises (der auch eine Chipkarte enthält, auf der Foto und Name, usw. gespeichert sind) gelangen kann. Außerdem gibt es da noch einen Wachdienst an diesem Drehkreuz, der rund um die Uhr aus mindestens einem Sicherheitsbeamten besteht. Wenn man mal für ein paar Tage wegfahren will, muss man das im Voraus anmelden. Darüber hinaus sind männlich und weibliche Studierende sehr effektiv getrennt, da sie in unterschiedlichen Häusern leben und Personen des anderen Geschlechts die jeweils anderen Häuser auch nicht betreten dürfen. Soviel zu den Regeln, die sich natürlich von Wohnheim zu Wohnheim unterscheiden (in manchen Mädchenwohnheimen müssen die Bewohnerinnen z.B. sogar schon um 11 zuhause sein), aber ansatzweise überall in der Türkei so oder so ähnlich existieren.
Ansonsten teilen sich immer zwei bis vier Personen ein Zimmer (in meinem Zimmer wird ab Ende September noch ein anderer Deutscher leben). Die Zimmer sind eher spärlich eingerichtet, aber groß genug. Ansich gibt es überall auch W-Lan, aber in meinem Zimmer funktioniert das bisher noch nicht so. Die Leute hier sind alle total nett (sowohl das Wachpersonal als auch die paar Studenten, die bisher da sind), sodass ich im Prinzip jeden Abend mit ein paar Leuten zusammensitze und Tee trinke. Das gefällt mir natürlich sehr gut und hilft mir sehr dabei, vieles hier kennen zu lernen.
In die Stadt (zum Beispiel im Moment zum Sprachkurs) ist es sehr weit (14 km), aber sobald die Vorlesungen anfangen, werde ich wohl sowieso nicht mehr viel in die Stadt hineinfahren, da es hier auf dem Campus alles soweit gibt; Supermarkt, Sportanlagen, usw.
Insgesamt gefällt es mir hier ziemlich gut, auch wenn es mit nicht gerade gefällt, so sehr kontrolliert zu werden und damit ja auch für nicht wirklich unabhängig anerkannt zu werden. Wie man sieht ist hier also die Sicherheit sehr viel wichtiger als die Unabhängigkeit oder Freiheit, alles nur selber zu bestimmen, so wie es ja bei deutschen Wohnheimen doch ziemlich stark ausgeprägt ist (Oder wie seht ihr das?). Allerdings habe ich auch schon von zwei Mädchen gehört, die hier abends nach 12 Uhr auf der Straße ziemlich penetrant belästigt wurden. Also macht es vielleicht tatsächlich Sinn, um diese Zeit nicht mehr draußen zu sein. Aber das kann ich bisher zumindest noch nicht abschätzen…
Soweit erst mal zu meinem ersten Eindruck von meinem Wohnheim, vielleicht dazu irgendwann noch mal mehr…
Meines Erachtens gibt es in einer Gesellschaft bei sehr vielen Themen immer eine erzwungene Abwägung zwischen Sicherheit und Freiheit. Beides ist nicht zu bekommen, so ist immer eine Gewichtung dieser beiden Dinge vonnöten, bei der eine starke Gewichtung des Einen immer eine schwache Gewichtung des Anderen nach sich zieht. So müssen Eltern sich zum Beispiel entscheiden, wie weit sie, um ihrem Kind eine gewisse Selbstständigkeit zu ermöglichen, auf eine zu große Kontrolle oder auf ein zu großes auf-das-Kind-Aufpassen, verzichten, dadurch aber auch das Risiko erhöhen, dass ihrem Kind etwas passiert.
Was den Umgang mit Studenten hier angeht, ist mein bisheriger Eindruck, dass es eine extrem hohe Gewichtung der Sicherheit gibt und dafür durchaus den StudentInnen gewisse Freiheiten genommen werden, die in Deutschland selbstverständlich sind. Während in Deutschland ein Wohnheim im Prinzip nichts weiter als eine günstige Wohngelegenheit für Studenten ist, erfüllen die Wohnheime hier in der Türkei darüber hinaus noch eine Fürsorge- und/oder eine Kontrollfunktion. Um diese zu erfüllen werden auch klare Regeln aufgestellt: So muss ich immer um 12 Uhr "zuhause" sein und darf nur Freitags und Samstags bis zwei Uhr dem Wohnheim fern bleiben. Es gibt am Eingang des Wohnheims automatische Drehkreuze, durch die man nur mithilfe des Studentenausweises (der auch eine Chipkarte enthält, auf der Foto und Name, usw. gespeichert sind) gelangen kann. Außerdem gibt es da noch einen Wachdienst an diesem Drehkreuz, der rund um die Uhr aus mindestens einem Sicherheitsbeamten besteht. Wenn man mal für ein paar Tage wegfahren will, muss man das im Voraus anmelden. Darüber hinaus sind männlich und weibliche Studierende sehr effektiv getrennt, da sie in unterschiedlichen Häusern leben und Personen des anderen Geschlechts die jeweils anderen Häuser auch nicht betreten dürfen. Soviel zu den Regeln, die sich natürlich von Wohnheim zu Wohnheim unterscheiden (in manchen Mädchenwohnheimen müssen die Bewohnerinnen z.B. sogar schon um 11 zuhause sein), aber ansatzweise überall in der Türkei so oder so ähnlich existieren.
Ansonsten teilen sich immer zwei bis vier Personen ein Zimmer (in meinem Zimmer wird ab Ende September noch ein anderer Deutscher leben). Die Zimmer sind eher spärlich eingerichtet, aber groß genug. Ansich gibt es überall auch W-Lan, aber in meinem Zimmer funktioniert das bisher noch nicht so. Die Leute hier sind alle total nett (sowohl das Wachpersonal als auch die paar Studenten, die bisher da sind), sodass ich im Prinzip jeden Abend mit ein paar Leuten zusammensitze und Tee trinke. Das gefällt mir natürlich sehr gut und hilft mir sehr dabei, vieles hier kennen zu lernen.
In die Stadt (zum Beispiel im Moment zum Sprachkurs) ist es sehr weit (14 km), aber sobald die Vorlesungen anfangen, werde ich wohl sowieso nicht mehr viel in die Stadt hineinfahren, da es hier auf dem Campus alles soweit gibt; Supermarkt, Sportanlagen, usw.
Insgesamt gefällt es mir hier ziemlich gut, auch wenn es mit nicht gerade gefällt, so sehr kontrolliert zu werden und damit ja auch für nicht wirklich unabhängig anerkannt zu werden. Wie man sieht ist hier also die Sicherheit sehr viel wichtiger als die Unabhängigkeit oder Freiheit, alles nur selber zu bestimmen, so wie es ja bei deutschen Wohnheimen doch ziemlich stark ausgeprägt ist (Oder wie seht ihr das?). Allerdings habe ich auch schon von zwei Mädchen gehört, die hier abends nach 12 Uhr auf der Straße ziemlich penetrant belästigt wurden. Also macht es vielleicht tatsächlich Sinn, um diese Zeit nicht mehr draußen zu sein. Aber das kann ich bisher zumindest noch nicht abschätzen…
Soweit erst mal zu meinem ersten Eindruck von meinem Wohnheim, vielleicht dazu irgendwann noch mal mehr…
Ich und Türkisch, zwei Bilder ohne Wichtigkeit
Thursday, September 4, 2008
Nun aber über das Türkische :-)
Hallo nochmal,
da hatte ich do in der Überschrift auch nocht ein wenig über die Türkische Sprache versprochen und dann doch nichts geschrieben. Das will ich natürlich aendern:
Diese İnformationen sind natürlich in keinem Fall allumfassend doch ich möchte zumindest das Bild widergeben, dass sich mir als Lernendem bietet:
Für mich als Deutschen ist das Türkische gefühlt ziemlich weit entfernt. Der Aufbau von Saetzen ist anders, alles klingt sehr aehnlich und es gibt im Prinzip fast keine Wörter wie 'von', 'in', 'mit', bzw. stehen diese nicht als einfache Wörter da, sondern werden als Suffixe an Wörte angehaengt oder eingeschoben. Dazu nachher ein paar Beispiele. Überhaupt sind aus meiner Sicht die kleinen Wortanhaengsel das entscheidende im Türkischen. Darüber hinaus hat das türkische Alphabet auch noch ein paar Buschstaben mehr, dafür manche auch wieder nicht. Abgesehen davon werden die Buchstaben natürlich oft auch anders ausgesprochen, als wir es im deutschen tun.
Zu dem Aufbau von Saetzen ist vor allem zu sagen, dass der Unterschied zwischen Verb und Nomen oft nur in der Endung besteht. Ebenso ist es mit dem Anzeigen von Besitz, also Possessivendungen. Manchmal muss man auch aus dem Kontext schliessen, ob es jetzt 'ich bin ein Haus' oder 'mein Haus' heisst.
Die Tatsache, dass für unser Ohr sich das erstmal alles extrem aehnlich nahört, liegt in einer weiteren Charakteristik der Türkischen Sprache begründet; naemlich der Vokal- und Konsonatnenharmonie. Dieses Szstem diente ursprünglich dazu, unterschiden zu können, wann ein Wort zu Ende ist, da anscheinend früher alles aneinander geschriebenm wurde. So gibt es starke und schwache Vokale und starke und schwache Konsonanten. İn 90 Prozent der Faelle, ist in einem Wort nur ein Vokal- und ein Konsonatentyp vertreten und selbstverstaendlich werden auch die ganzen Endungen nach der Vokal- und Konsonantenharmonie angepasst, sodass in einem Wort durchaus mal dreimal hintereinander der gleiche Vokal vorkommt. Aus diesem Grund hören sich viele Sachen dann erstmal sehr aehnlich an, was das Verstaendnis natürlich nicht gerade erleichtert.
Es gibt aber auch etwas, was das Türkisch-Sprechen für mich angenehm macht; naemlich die Tatsache, dass die Aussprache, anders als zum Beispiel im Tschechischen, gut zu bewaeltigen ist und man nicht erst lernen muss, neue Laute zu formen. Ausserdem sind die Geschlechter der Wörter im Türkischen quasi ohne Bedeutung, also haben keine Auswirkungen auf die Endungen oder so ein Spass.
So, nun aber die versprochenen Beispiele. Das Ganze ist anhand des Wortes 'ev', was 'Haus' heisst.
evim - mein Haus oder ich bin ein Haus (das Ganze gibts dann natürlich noch für 'dein Haus', 'sein Haus', usw.)
evde - im Haus
evi - zum Haus (wie in 'wir gehen zum Haus')
evden - vom Haus
evli - mit dem Haus (das heisst übrigens auch verheiratet)
evler - die Haeuser
evin - des Hauses
Und, und, und. Soviel weiss ich dann auch noch wieder nicht...:-) Vielleicht spaetter dann nochmal mehr als nur mein erster Eindruck.
Allgemein komme ich aber inzwischen durchaus mit einfachen Konversationen zurecht und schaffe es, gemeinsam mit meinem treuen Begleiter meinem Wörterbuch, auch, mich einigermassen durchzuschlagen. Das ist allerdings auch notwendig, da ich bisher noch nicht soviele Türken getroffen habe, die gut Englisch sprechen. Das haette ich so nicht erwartet, aber es ist ja auch vornehmlich meine Aufgabe wenn ich hier bin, die Landessprache zu lernen.
İn diesem Sinne sevgiler ve selam (liebe Grüsse)!
da hatte ich do in der Überschrift auch nocht ein wenig über die Türkische Sprache versprochen und dann doch nichts geschrieben. Das will ich natürlich aendern:
Diese İnformationen sind natürlich in keinem Fall allumfassend doch ich möchte zumindest das Bild widergeben, dass sich mir als Lernendem bietet:
Für mich als Deutschen ist das Türkische gefühlt ziemlich weit entfernt. Der Aufbau von Saetzen ist anders, alles klingt sehr aehnlich und es gibt im Prinzip fast keine Wörter wie 'von', 'in', 'mit', bzw. stehen diese nicht als einfache Wörter da, sondern werden als Suffixe an Wörte angehaengt oder eingeschoben. Dazu nachher ein paar Beispiele. Überhaupt sind aus meiner Sicht die kleinen Wortanhaengsel das entscheidende im Türkischen. Darüber hinaus hat das türkische Alphabet auch noch ein paar Buschstaben mehr, dafür manche auch wieder nicht. Abgesehen davon werden die Buchstaben natürlich oft auch anders ausgesprochen, als wir es im deutschen tun.
Zu dem Aufbau von Saetzen ist vor allem zu sagen, dass der Unterschied zwischen Verb und Nomen oft nur in der Endung besteht. Ebenso ist es mit dem Anzeigen von Besitz, also Possessivendungen. Manchmal muss man auch aus dem Kontext schliessen, ob es jetzt 'ich bin ein Haus' oder 'mein Haus' heisst.
Die Tatsache, dass für unser Ohr sich das erstmal alles extrem aehnlich nahört, liegt in einer weiteren Charakteristik der Türkischen Sprache begründet; naemlich der Vokal- und Konsonatnenharmonie. Dieses Szstem diente ursprünglich dazu, unterschiden zu können, wann ein Wort zu Ende ist, da anscheinend früher alles aneinander geschriebenm wurde. So gibt es starke und schwache Vokale und starke und schwache Konsonanten. İn 90 Prozent der Faelle, ist in einem Wort nur ein Vokal- und ein Konsonatentyp vertreten und selbstverstaendlich werden auch die ganzen Endungen nach der Vokal- und Konsonantenharmonie angepasst, sodass in einem Wort durchaus mal dreimal hintereinander der gleiche Vokal vorkommt. Aus diesem Grund hören sich viele Sachen dann erstmal sehr aehnlich an, was das Verstaendnis natürlich nicht gerade erleichtert.
Es gibt aber auch etwas, was das Türkisch-Sprechen für mich angenehm macht; naemlich die Tatsache, dass die Aussprache, anders als zum Beispiel im Tschechischen, gut zu bewaeltigen ist und man nicht erst lernen muss, neue Laute zu formen. Ausserdem sind die Geschlechter der Wörter im Türkischen quasi ohne Bedeutung, also haben keine Auswirkungen auf die Endungen oder so ein Spass.
So, nun aber die versprochenen Beispiele. Das Ganze ist anhand des Wortes 'ev', was 'Haus' heisst.
evim - mein Haus oder ich bin ein Haus (das Ganze gibts dann natürlich noch für 'dein Haus', 'sein Haus', usw.)
evde - im Haus
evi - zum Haus (wie in 'wir gehen zum Haus')
evden - vom Haus
evli - mit dem Haus (das heisst übrigens auch verheiratet)
evler - die Haeuser
evin - des Hauses
Und, und, und. Soviel weiss ich dann auch noch wieder nicht...:-) Vielleicht spaetter dann nochmal mehr als nur mein erster Eindruck.
Allgemein komme ich aber inzwischen durchaus mit einfachen Konversationen zurecht und schaffe es, gemeinsam mit meinem treuen Begleiter meinem Wörterbuch, auch, mich einigermassen durchzuschlagen. Das ist allerdings auch notwendig, da ich bisher noch nicht soviele Türken getroffen habe, die gut Englisch sprechen. Das haette ich so nicht erwartet, aber es ist ja auch vornehmlich meine Aufgabe wenn ich hier bin, die Landessprache zu lernen.
İn diesem Sinne sevgiler ve selam (liebe Grüsse)!
Sprachkurs und ein wenig über das Türkische
Hallo mal wieder,
fast ist schon wieder eine Woche vergangen, also höchste Zeit für einen neuen Post. Da natürlich nicht jeder Tag so viele interessante Ereignisse mit sich bringt und es auch gerade oft die kleinen Ereignisse sind, die berichtenswert sind, werde ich von nun an meistens themenbezogene Berichte schreiben. Das bietet euch natürlich auch die perfekte Gelegenheit, mal nach einem Thema zu fragen...:-)
Da gerade am Anfang in einem fremden Land zumindest ein wichtiger Teil des 'Fremd-Seins' die tatsache ist, dass man nicht versteht, worüber die Menschen sprechen, hier mein Beitrag zu meinem Sprachkurs, von dem ich mir erhofft habe und nach wie vor erhoffe, dass er mich mit einer guten Basis für meinen Aufenthalt hier versorgen wird.
Mein Sprachkurs hat am 18. August begonnen (also vor bald drei Wochen), wird von der Gazi Universitaet (übrigens eine von acht Universitaeten in Ankara) organisiert und soll Erasmus-Student/İnnen mit einer Basis an Türkisch versorgen, bevor sie in der Universitaet anfangen, entweder auf Englisch oder Türkisch zu studieren. Der Kurs hat jeden Tag fünf Schulstunden; es faengt um 9 an, zwischen 12 und 13 Uhr haben wir eine Mittagspause und um 14:45 Uhr schliesslich frei. An den Kursen nehmen Stdentİnnen überalls aus Europa teil: Ungarn, Tschechien, Polen, Spanien, İtalien, Daenemark und natürlich. und das ist die mit Abstand grösste Gruppe, Deutschland.
Am ersten Tag kamen wır erstmal alle zusammen in einen Raum, wo wır einen Test schreiben sollten, anhand dessen, wir dann in drei verschiedene Schwierigkeitsstufen eingeteilt werden sollten. Allerdings war der Test so schwierig, dass man schon ziemlich gut haette Türkisch beherrschen können müssen, um erstmal die Fragen zu verstehen. Auf jeden Fall gaben so gut wie alle ziemlich schnell ihren Zettel ab. Das hat das Verteilen sicher nicht erleichtert. es hat dann schlşiesslich auch fast die ganze erste Woche gedauert, bis die Kurse vernünftig zusammengestzt waren. İch bin im Anfaengerkurs, was auch kein Wunder ist, da ich ja so gut wie kein Türkisch konnte, bevor ich hierher kam (Manche Leute haben schon mehrere Jahre vorher an ihrer Uni Türkisch gelernt).
İn unserem Kurs sind ca. 12 Studentİnnen und wir haben vier verschiedene 'Faecher', die auch von verschiedenen Lehrerİnnen unterrichtet werden. Das sind: Schreiben, Sprechen, Verstehen und Grammatik.
Pro Tag haben wir immer zwei verschiedene Faecher, sodass Sachen auch relativ ausführlich behandelt werden können. Nach inzwischen drei Wochen muss ich auch sagen, dass der Sprachkurs mir sehr viel gebracht hat. İch bin inzwischen immerhin in der LAge, einfache Konversationen zu führen (zumindest klappt das immer öfter) und auch mein grammatikalisches Verstaendnis hat sich deutlich erweitert. İm Gegensatz zu dem anfaenglichen Chaos ist der Sprachkurs ansonsten auch ziemlich gut organisiert und strukturiert; wir sind mit Lehrbüchern versorgt worden, die Lehrer sind ziemlich kompetent (abgesehen von der Tatsache, dass nicht alle so gut Englisch können, aber das ist auch nicht so schlimm) und inzwischen ist auch der riesige Berg an Papierkram (den es anscheinend gab) erledigt.
So bin ich durchaus zufrieden:-)
Das einzig Blöde ist, dass ich wahrscheinlich den Sprachkurs nicht bis zum Ende (26. September) werde besuchen können, da meine Uni schon früher anfaengt.
Naja, soweit erstmal...
Viele liebe Grüsse!
fast ist schon wieder eine Woche vergangen, also höchste Zeit für einen neuen Post. Da natürlich nicht jeder Tag so viele interessante Ereignisse mit sich bringt und es auch gerade oft die kleinen Ereignisse sind, die berichtenswert sind, werde ich von nun an meistens themenbezogene Berichte schreiben. Das bietet euch natürlich auch die perfekte Gelegenheit, mal nach einem Thema zu fragen...:-)
Da gerade am Anfang in einem fremden Land zumindest ein wichtiger Teil des 'Fremd-Seins' die tatsache ist, dass man nicht versteht, worüber die Menschen sprechen, hier mein Beitrag zu meinem Sprachkurs, von dem ich mir erhofft habe und nach wie vor erhoffe, dass er mich mit einer guten Basis für meinen Aufenthalt hier versorgen wird.
Mein Sprachkurs hat am 18. August begonnen (also vor bald drei Wochen), wird von der Gazi Universitaet (übrigens eine von acht Universitaeten in Ankara) organisiert und soll Erasmus-Student/İnnen mit einer Basis an Türkisch versorgen, bevor sie in der Universitaet anfangen, entweder auf Englisch oder Türkisch zu studieren. Der Kurs hat jeden Tag fünf Schulstunden; es faengt um 9 an, zwischen 12 und 13 Uhr haben wir eine Mittagspause und um 14:45 Uhr schliesslich frei. An den Kursen nehmen Stdentİnnen überalls aus Europa teil: Ungarn, Tschechien, Polen, Spanien, İtalien, Daenemark und natürlich. und das ist die mit Abstand grösste Gruppe, Deutschland.
Am ersten Tag kamen wır erstmal alle zusammen in einen Raum, wo wır einen Test schreiben sollten, anhand dessen, wir dann in drei verschiedene Schwierigkeitsstufen eingeteilt werden sollten. Allerdings war der Test so schwierig, dass man schon ziemlich gut haette Türkisch beherrschen können müssen, um erstmal die Fragen zu verstehen. Auf jeden Fall gaben so gut wie alle ziemlich schnell ihren Zettel ab. Das hat das Verteilen sicher nicht erleichtert. es hat dann schlşiesslich auch fast die ganze erste Woche gedauert, bis die Kurse vernünftig zusammengestzt waren. İch bin im Anfaengerkurs, was auch kein Wunder ist, da ich ja so gut wie kein Türkisch konnte, bevor ich hierher kam (Manche Leute haben schon mehrere Jahre vorher an ihrer Uni Türkisch gelernt).
İn unserem Kurs sind ca. 12 Studentİnnen und wir haben vier verschiedene 'Faecher', die auch von verschiedenen Lehrerİnnen unterrichtet werden. Das sind: Schreiben, Sprechen, Verstehen und Grammatik.
Pro Tag haben wir immer zwei verschiedene Faecher, sodass Sachen auch relativ ausführlich behandelt werden können. Nach inzwischen drei Wochen muss ich auch sagen, dass der Sprachkurs mir sehr viel gebracht hat. İch bin inzwischen immerhin in der LAge, einfache Konversationen zu führen (zumindest klappt das immer öfter) und auch mein grammatikalisches Verstaendnis hat sich deutlich erweitert. İm Gegensatz zu dem anfaenglichen Chaos ist der Sprachkurs ansonsten auch ziemlich gut organisiert und strukturiert; wir sind mit Lehrbüchern versorgt worden, die Lehrer sind ziemlich kompetent (abgesehen von der Tatsache, dass nicht alle so gut Englisch können, aber das ist auch nicht so schlimm) und inzwischen ist auch der riesige Berg an Papierkram (den es anscheinend gab) erledigt.
So bin ich durchaus zufrieden:-)
Das einzig Blöde ist, dass ich wahrscheinlich den Sprachkurs nicht bis zum Ende (26. September) werde besuchen können, da meine Uni schon früher anfaengt.
Naja, soweit erstmal...
Viele liebe Grüsse!
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