Sonntag, der 17. August 2008
Im Bus fand ich mithilfe eines freundlichen Mitarbeiters im Bus meinen Platz und setzte mich neben einen jungen Türken mit Brille. Ziemlich bald fingen der junge Mann und ich an, uns zu unterhalten. Sein Name war Murat und er studierte Mathe und Englisch auf Lehramt. Er fuhr nach Ankara um seine dort lebenden Eltern zu besuchen. Es war eine richtig schöne Unterhaltung, die wir da im Bus auf Englisch führten, während die meisten um uns herum schliefen, es war ja schließlich mitten in der Nacht. Es war eine wirklich interessante Busfahrt. Zunächst einmal gab es die ganze Zeit Getränke umsonst (für das Servieren fuhr extra ein Mitarbeiter des Busunternehmens mit!) und dazu sogar noch Snacks wie zum Beispiel Kuchen. Als wir ungefähr eine Stunde gefahren waren, erklärte mir Murat, dass wir soeben erst Istanbul verlassen hatten. Wir hatten tatsächlich eine Stunde gebraucht, nur um aus dieser großen Stadt herauszukommen!
Irgendwann wurden auch wir immer müder und da es doch noch an einer Stelle zwei freie Plätze gab, ging ich nach hinten, sodass wir es uns beide zum Schlafen etwas gemütlicher machen konnten. Irgendwann wurde ich wieder wach von der Stimme des Busfahrers, der uns mitteilte, dass wir nun eine 25-minütige Pause machen würden (das habe ich so natürlich nicht verstanden, aber Murat hat mir wieder alles übersetzt).
Als wir weiterfuhren war mein Schlafplatz besetzt, also schlief ich von nun an auf dem Platz neben Murat. Irgendwann wurde ich zwischendurch wach und sah im ersten Morgenlicht; es war inzwischen ca. halb sechs Uhr morgens, eine Wüstenähnliche Hügellandschaft, die auch genauso gut aus einem Traum hätte stammen können.
Irgendwann um halb sieben kamen wir in Ankara an und ich war natürlich trotz der Zeit, die ich geschlafen hatte echt müde. Murat zeigte mir den Weg, half mir noch dabei, mein Ticket zu kaufen, erklärte mir, wo ich umsteigen müsste und schließlich verabschiedeten wir uns und tauschten noch unsere E-Mailadressen aus. Ich fuhr so, wie er es mir geraten hatte.
Im Hotel (die erste Woche verbrachte ich mit zwei anderen Deutschen auf einem Dreierzimmer im Hotel, da ich nichts anderes gefunden hatte) frühstückte ich erst mal, weil ich meine beiden Zimmernachbarn nicht so früh aufwecken wollte. Irgendwann habe ich sie dann trotzdem aufgeweckt, da ich todmüde war und nur noch schlafen wollte. Ich legte mich dann erst mal ins Bett, während die beiden nach kurzer Zeit aufstanden. Die beiden zogen erst mal los, um sich Ankara anzusehen, während ich es vorzog, erst mal ein wenig zu schlafen. Am Abend gingen wir dann nochmal zu dritt in die Stadt, wo wir uns erst mal auf die Suche nach Flip-Flops machen wollten. Unsere Suche war zwar nicht von Erfolg gekrönt, doch kamen wir so an dem großen Straßenmarkt unseres Stadtteils (Ulus) vorbei. Dies muss man sich so vorstellen, dass es da eine lange winkelige und ein paar Meter breite Gasse ist, wo an beiden Seiten lautstark alle möglichen Waren feilgeboten werden: Klamotten, Schuhe, Süßigkeiten, Fleisch, Käse, Schafsköpfe, usw. Man konnte an keinem Stand vorbeigehen, ohne dass der Händler (allesamt Männer) direkt versuchte mit einem ins Gespräch zu kommen. Ich weiß nicht, wie oft uns an diesem Abend „nerelisiniz?“ (Woher kommt ihr?) nachgerufen worden ist, aber es war nicht nur einmal! (Die Antwort wäre übrigens „Ben AlmanyalIyIm“; ich bin aus Deutschland; gewesen).
Nach einem gemütlichen Abendessen setzten wir drei uns noch ein einen schönen Park, wo wir sehr gemütlich saßen, aber natürlich auch die perfekten Zielpersonen für Bettler oder „Minidienstleister“ (damit meine ich Menschen, die im Prinzip auch auf der Straße versuchen, von den Vorbeigehenden Geld zu bekommen, dafür aber eine Gegenleistung bringen, wie z.B. Schuhe putzen, Tee oder Kaffee, Taschentücher, etc. Anschließend gingen wir dann unseren ersten türkischen RakI trinken. Mein erster Eindruck von Ankara war der, einer sehr grossen Stadt, die allerdings ihre Sehenswürdigkeiten nicht so geballt praesentiert, wie İstanbul. Trotzdem mangelt es auch hier an Sehenswürdigkeiten nicht. Aber dazu spaeter mehr.
2 comments:
Toll dein Blog, Hendrik. Da kann man ja gut verfolgen, was du tust. Ich könnte direkt neidisch werden auf das, was du erlebst.
Weiterhin viel Spaß und viele neue Erfahrungen in der Türkei.
hey, das hört sich alles super spannend an. Bin total neidisch, komm grad vom Spätdienst. Viel Spaß weiterhin!
LG!
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