HAllo nochmal!
Ihr seht, wenn ich schreibe, dann auch wenigstens ein bisschen mehr!:-)
Hier jetzt also zum zweiten sensitiven Thema in der Türkei, das Thema des so genannten "so genannten Genozids". Dieser Eintrag wird deutlich kürzer sein, da mein Wissen zu diesem rudimentär ist und ich bisher aus den raren Diskussionen mit diesem Inhalt noch nicht so viel gelernt habe, deshalb möchte ich betonen, dass ich zu diesem Thema keine fundierte Meinung habe und hoffe, beide Seiten beleuchten zu können. Hier die paar Sachen, die ich weiß:
1915 entschied die Führung des Osmanischen Reiches, die 1,3 Millionen Armenier aus dem Gebiet in der heutigen Ost-Türkei weiter in den Süden (eher ins heutige Syrien) umzusiedeln.
Der Vorwurf lautet, dass dabei bis zu 1 Million Armenier gezielt direkt oder indirekt (durch die Deportation) umgebracht wurden. Damit wären die Vorraussetzungen für einen Genozid erfüllt.
Die türkische Seite bestreitet die Umsiedelung nicht und auch nicht, dass bei dieser Umsiedelung Menschen gestorben sind. es wird aber bestritten, dass das Ziel war, die Menschen umzubringen. Ebenso wird bestritten, dass wenn Armenier direkt getötet wurden, das durch die Hände von Soldaten war. Es wird eher als eine Reaktion der Bevölkerung auf den Krieg und die Verbindung von Armenien zum Feind Russland gesehen. Es wird außerdem angeführt, dass in der gleichen Zeit in dem Gebiet mehrere Millionen Türken gestorben seien, die toten Armenier also nur der proportionalen Verteilung entsprechen.
Soweit zu dem, was ich meine, verstanden zu haben. Wahrscheinlich habe ich durch einige falsche oder ungenaue Darstellungen jetzt sowohl Türken als auch Armenier beleidigt, doch ich wollte euch dies nicht vorenthalten und kann nur jeden ermuntern selber in dieser Angelegenheit mal ein wenig nachzuforschen!
Aber noch ein paar aktuellere Dinge. Aufgrund dieses Themas gibt es nach wie vor kaum diplomatische Beziehungen zwischen Armenien und der Türkei. Es war ein großes Thema, dass vor eineinhalb Monaten der Türkische Staatspräsident Abdullah Gül vom Armenischen Präsidenten eingeladen wurde, sich mit ihm das WM-Qualifikationsspiel zwischen Armenien und der Türkei anzusehen. Außerdem wird es nun wahrscheinlich eine Kommission aus Historikern aus beiden Ländern geben, die sich mit der Sache befassen sollen. MAl sehen ob und was daraus wird.
Es ist auf jeden Fall nach wie vor ein wichtiges Thema in der Türkei. So wird es jedem LAnd übergenommen, wenn es das Ganze als Völkermord anerkennt und es wird unterstellt, dass eine große und vor allem sehr einflussreiche internationale Armenische Lobby gäbe, die sich dafür einsetzt, dass es als Genozid anerkannt wird. Neulich schickte mir ein türkischer Bekannter bei Facebook eine Einladung zu der Gruppe "The biggest lie ever - the Armenian Genocide". Ich bin nicht eingetreten, würde aber bei meinem mangelhaften Wissensstand auch in keine andersherumgeartete Gruppe eintreten. Man sieht auf jeden Fall, das Thema ist nach wie vor sehr wichtig hier.
Soweit mal wieder viele liebe Grüße!
Saturday, November 29, 2008
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